Einleitung

Öffentliche Institutionen wie Schulen oder Städte setzen gerne sportliche Akzentuierungen, Betriebe bieten einschlägige Angebote. Weil sich der Sport als „unverdächtig“ zeigt, wird er von jeglicher politischer Seite gerne als Medium eigener Weltanschauung herangezogen. Diese „Ideologisierung“ des Sports ist ihm gleichsam in die Wiege gelegt: antike Weihespiele, die deutsche Turnbewegung, Arbeitersport und Sport in Nationalsozialismus und Kommunismus bis hin zum Sport als Abbild kapitalistischer Globalisierung sind in der Beurteilung des Sports unterschiedliche Folien die über den vermeintlich apolitischen Gegenstand gelegt werden.
Beginnend mit den (deutschen) Turnvereinen über ein Aufflackern des Arbeitersports in der Zwischenkriegszeit und schließlich dem Sport in der NS-Zeit führt nach dem II. Weltkrieg eine (Neu)Gründung eines reichen Vereinswesen hin zum Spitzensport heutiger Prägung, zu dem der Bezirk nicht nur „Zulieferer“ in Form erfolgreicher Athletinnen und Athleten sowie Vereinen, sondern auch gesellschaftlich (etwa durch den Einsatz öffentlicher Geldmittel – wer erhält sie, wer nicht?) ein wichtiger Faktor ist. Daneben steht eine große Breitensportbewegung welche zunehmend als „im Dienste der Volksgesundheit“ stehend propagiert wird (z.B. „Nationalwandertage“ der 70-er und 80-er Jahre).
Sport stellt sich daher in einer übergreifenden Betrachtung als Querschnittskategorie dar, entlang der auch die wesentlichen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen des 20-sten Jahrhunderts nachgezeichnet und diskutiert werden können.

  • Projektziele
  • Projektmitarbeiter

  • Nachhaltiges „Öffnen“ des Themenkomplexes „Sport – Politik – Gesellschaft“ für eine Region, in der die bestehenden Zusammenhänge und Spannungsbögen bisher noch nicht aufgearbeitet wurden
  • Hinterfragung des Mythos vom „unpolitischen Sport“ in einem spezifischen ländlichen Umfeld
  • Ergänzung und thematische Ausweitung der im Projekt BORDERLINE erarbeiteten Datenbank im Bereich Interviews und zeitgeschichtlichen Quellen
  • Erarbeitung eines Vermittlungsangebotes und Formates, das sich an die Träger sportlicher Aktivitäten in der Region wendet und das sich den obig beschriebenen Themenkreisen widmet
  • Erstellung einer Publikation, über welche die Ergebnisse der Arbeit nachhaltig und breit vermittelt werden können

Wolfgang Brossmann, Esther Brossmann, Michael Rath, Mario Schoberlechner